Zugspitzregion Grainau

Zugspitze - Zugspitzregion Grainau

Schon bevor Corona-Beschränkungen unser Leben bestimmten – haben wir unseren Urlaub in Deutschland gebucht. Zu viele weiße Flecken für Unbekanntes sind auf unserem deutschen Urlaubsteppich zu sehen. So entschieden wir uns für eine Ferienwohnung in der Zugspitzregion Grainau.

Für Frühaufsteher gibts weniger Stau

Wer mag schon Stau im Urlaub? Wohl keiner! Dennoch scheiden sich die Geister, wenn es darum geht früh aufzustehen. Die einen stehen zeitig auf, um nervtötende Staus zu vermeiden. Andere wollen lieber länger schlafen und sehen Staus gelassen entgegen.

Auf unserer Strecke befinden sich zwei Stauschwerpunkte. Einmal der Münchner Ring und dann nach der Autobahnabfahrt der A95 vor Oberau. Wir hatten Glück. Klopfklopfklopf – dreimal Holz. Beide neuralgischen Punkte wurden durch starken Regen entschärft. Der Regen veranlasste, die Münchner erst später ihren Aktivitäten nachzugehen, und den Wochenendausflüglern scheint die Lust vergangen zu sein.

Urlaub in Deutschland hat seit Corona einen neuen Stellenwert. Für viele ist ihr Flugurlaub ins Wasser gefallen. Kurzentschlossen wurde Urlaub in Deutschland gebucht.

Allerdings hatten nicht alle diese Möglichkeit. Alternativ zu Balkonien – Tagesausflüge! Die zusätzlichen Tagesausflügler verstopfen in den Urlaubsgebieten die Straßen.

Um das Kraut fett zu machen, kommt es an Wochenenden in der Zugspitzregion zu Demos, die den Straßenverkehr blockieren. Juhu liebe Autofahrer! Die Einheimischen wollen damit auf den zu großen Ansturm aufmerksam machen.


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Wie auch immer. Wir sind durch frühes Aufstehen vor Plan in Grainau angekommen. Wenn auch bedingt durch den Regen, sich die Berge versteckt haben.

Waxensteinblick vom Balkon unserer Ferienwohnung - Zugspitzregion Grainau
Waxensteinblick vom Balkon unserer Ferienwohnung

Autsch – ist der Urlaub jetzt futsch

Welch ein Wandel. Es lacht die Sonne und die Waxensteine zeigen sich in voller Pracht. Nur fünf Kilometer entfernt ragt das Kalkalpenmassiv überwältigend steil auf. Gestern war von ihnen nichts zu sehen. Heute zieren tief hängende Schönwetterwolken, die von der Sonne angestrahlten Berge.

Waxensteinblick vom Balkon unserer Ferienwohnung - Zugspitzregion Grainau
Waxensteinblick vom Balkon unserer Ferienwohnung

Also fix anziehen – Autsch! Ein schmerzhafter Stich an der Lendenwirbelsäule lässt meine Bewegungen erstarren – das wird heute nix mehr, denke ich. Meine Frau schaute mich an. Wir dachten beide das Gleiche ohne es auszusprechen. Das wars – Heimfahren!

Unerwartet lässt der Schmerz nach. Bücken ging zwar immer noch nicht, aber Laufen konnte ich wieder. Wir machen erst mal los. Wenn es nicht geht, kehren wir um. Diese Entscheidung war richtig. Ohne Probleme sind wir eine schöne Tour über den Eibsee gewandert. Die Heimfahrt hätten wir bitter bereut.

Top of Germany – die Zugspitze

Da kimmt ma net rauf – sagten einst die Einheimischen. Am 27. August 1820 hat die menschliche Neugier den gefürchteten Zugspitzgeist dann doch besiegt. An diesen Tag hat Leutnant Joseph Naus im Auftrag des Königlich Topographischen Bureaus die bayrisch-tirolerische Grenze vermessen. Dafür bestieg er den Westgipfel der Zugspitze.

Erstbesteiger war Joseph nicht. Vorher waren schon einige Hirten und Jäger oben. Diese Besteigungen sind jedoch namenlos.

1926 haben die Österreicher als erste eine Seilbahn zum Gipfel gebaut. Erst später bauten die Deutschen adäquat der Jungfrauenbahn im Berner Oberland eine elektrisch betriebene Zahnstangenbahn. Ab 7. Juli 1930 verkehrt der Zug zwischen Garmisch-Partenkirchen und dem Zugspitzplatt. Steil wird es ab Grainau. Über 11 km, davon fast fünf Kilometer im Tunnel schlängelt sich dann die Bahn mit ihren Zahnrädern auf das 2588 m hohe Zugspitzplatt. Ab da fährt eine Seilbahn zum Gipfel.

Zugspitze - top of Germany - Zugspitzregion Grainau

Jungfräulicher ist die Einweihung der neuen Zugspitzbahn am 21. Dezember 2017. Mit drei Superlativen ist sie wirklich ein – top of Germany. Die Bahn hat nur einen 127 m hohen Pfeiler. Nach dem eine Gondel über den Pfeiler gefahren ist, wird das Schaukeln mit einem allgemeinen Raunen honoriert.

Dann beginnt mit 3213 m das weltweit längste freie Spannfeld eines Seiles für Schwebebahnen. Und das dritte Superlativ, ist der zu überwindende Höhenunterschied von 1945 m.

Eben ein – top of Germany!

Die Magie der Zugspitze

Wie eine Loge in der ersten Reihe ist unser Südbalkon der Ferienwohnung. Es läuft der Film – Die Waxensteine mit Zugspitze.

Mal scheint die Sonne, mal werden diese von Wolken geküsst, mal erscheinen sie im trüben Grau des Regens und manchmal verschwinden sie ganz. Allein das zieht die Blicke immer wieder an, und eine Stimme ruft dich auf den Berg.

Unser Plan: In Grainau ist die Zugspitzbahn bereits voll. Kurzerhand entscheiden wir mit dem Eibseebus zur Talstation der Seilbahn zu fahren. Mit der top of Germany-Seilbahn geht es auf den Gipfel. Danach mit der Gletscherseilbahn zum Zugspitzplatt und ab da mit der Zugspitzbahn ins Tal. Kosten des Kombi-Tickets … reden wir nicht darüber.

Meine Frau und ich sitzen beim Frühstück auf dem Balkon unserer Ferienwohnung und nach der Zugspitze. Traumhaftes Wetter. 16 Grad haben wir in Grainau. Da sind es auf der Zugspitze abzüglich je einem Grad für je 150 Höhenmeter – ein Grad Celsius. Zwei dünne Jacken reichen.

Waxensteinblick vom Balkon unserer Ferienwohnung - Zugspitzregion Grainau
Waxensteinblick vom Balkon unserer Ferienwohnung

Gestartet wird zeitig. Da in der Mittagszeit der Berg meist in Wolken gehüllt ist. Außerdem sind für den Nachmittag örtliche Gewitter angesagt.

Die Tickets für den Eibseebus und für die Zugspitzbahn zwischen Garmisch-Partenkirchen und Eibsee sind kostenfrei für Urlauber mit Gästekarte. Also freie Fahrt zur Talstation der Seilbahn.

Schnell noch ein Foto mit den zwei Gondeln der Zugspitzbahn, von denen eine bald in der Wolke verschwindet.

Seilbahn Zugspitze - Zugspitzregion Grainau
Von den zwei schwarzen Punkten verschwindet einer gleich in den Wolken

Abstandsregeln werden eingehalten und Mundschutz wird auch getragen, seitdem Betreten der Talstation. Da schwebt schon die Gondel herein. Wir steigen ein und losgehts.

Talstation Seilbahn Zugspitze - Zugspitzregion Grainau
Talstation Seilbahn Zugspitze
Seilbahn Zugspitze - Zugspitzregion Grainau
Seilbahn auf die Zugspitze
Blick von der Berstation der Zugspitzseilbahn auf den Eibsee - Zugspitzregion Grainau
Blick von der Bergstation der Zugspitzseilbahn auf den Eibsee

Die Aussicht ist herrlich. Der türkisfarbene Eibsee, die Berge und das von Schnee und Eis geglättete Bergmassiv des Zugspitzgipfels.

Oben angekommen – aussteigen, das Gebäude verlassen und den Mundschutz abnehmen. Endlich wieder frei atmen.

Die Sonne blendet und die Luft ist diesig. Das trübt natürlich die Fernsicht. Das bebaute Plateau ist riesig. Muss wohl so sein. Bei den vielen Besuchern.

Waxenstein- und Riffelmassiv - Zugspitzregion Grainau
Das Waxenstein- und Riffelmassiv

Der höchste Punkt der Zugspitze befindet sich nicht auf dem Besucherplateau. Über einen kleinen Steig kann man zum Gipfelkreuz aufsteigen. Ein Teil der Gipfelstürmer sichert sich mit Klettersteigausrüstung, der leichtsinnigere Teil steigt da mit Flipflops hinauf. Da könnt ihr die volle Bandbreite des Leichtsinns erleben. Ich habe mir den Kampf um einen Gipfelfoto nicht angetan.

Der Gipfel der Zugspitze - Zugspitzregion Grainau
Der Zugspitz-Gipfel

Hier haben wir einen Stargast – eine Alpendohle. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie hoch diese Vögel fliegen können.

Alpendohle - Zugspitzregion Grainau
Eine Alpendohle hoch oben auf der Zugspitze
kalt auf der Zugspitze - Zugspitzregion Grainau
Es ist kalt auf der Zugspitze

Mit der Seilbahn sind wir zum Gletscher gefahren. Oder sagen wir mal dahin, wo der restliche Gletscher noch sein Dasein fristet. Das Thermometer zeigt hier immerhin schon 8 Grad. Der Schnee ist pappig. Schön ist was anderes.

Zugspitzgletscher - Zugspitzregion Grainau
Das Dasein des letzten Gletschers auf der Zugspitze

Kurz danach treten wir mit der Zahnradbahn vom Zugspitzplatt die Talfahrt an. Die Fahrt im Tunnel ist keinesfalls langweilig. Immer wieder erscheinen an den Tunnelwänden Schilder, die die Höhe von verschiedenen Bergen angeben, wie den 2132 m hohen Pilatus in der Schweiz. Auf dem lustigsten Schild steht 2000 m über Görlitz. Am Riffel wird der Tunnel verlassen. Wer will, kann ab hier seine Wanderung planen. Wir fahren weiter zur Station Eibsee.

Bahnhof auf dem Zugspitzplatt mit Zugspitzbahn
Bahnhof auf dem Zugspitzplatt mit Zugspitzbahn
Steile Abfahrt mit der Zahnradbahn von der Zugspitze mit Eibsee  - Zugspitzregion Grainau
Steile Abfahrt mit der Zahnradbahn von der Zugspitze mit Eibsee

Einmal im Eibsee baden – das muss sein

Wer schon einmal im Zugspitzgebiet ist, muss auch unbedingt im Eibsee baden. Etwa einen Kilometer vom Parkplatz entfernt finden wir eine schöne Badestelle.

Die Badesachen haben wir mit. Der schmale Strand mit seinen spitzen Kieselsteinen ist eine Hölle für unsere Fußsohlen. Dabei haben wir Wassersandalen in der Ferienwohnung. Da liegen sie jetzt gut.

An der Bootsausleihe war eine Wassertemperatur von 22 Grad angeschrieben. Das Reingehen ins Wasser ist trotz der angenehmen Wassertemperatur dann doch nicht so einfach.

Ein kühles Bad im Eibsee - Zugspitzregion Grainau
Ein kühles Bad im Eibsee

Im flachen Wasser ist es noch angenehm. Je weiter ich raus schwimme, umso kälter wird es. Vielleicht trauen sich bei diesen Temperaturen nur deswegen so wenige ins Wasser. Fast ausschließlich sind stand up Paddler, zu sehen. Der Eibsee ist für diese Sportart ein Eldorado zu sein.

Stant up Paddeln auf dem Eibsee - Zugspitzregion Grainau
Stant up Paddeln auf dem Eibsee

Kurze Vorschau

In den nächsten Beiträgen geht es um die Schlechtwettervariante – Oberammergau, Wanderungen in der Zugspitzregion und wie man mit Kindern einen erlebnisreichen Urlaub mit Wandern und Action verbringen kann.


Ihr wollt noch mehr über diese Urlaubsregion erfahren

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