Reiselust

Warum in die Ferne schweifen

Was weckt in uns die Reiselust? – Muss es in die Ferne sein?

Das fragt Jessica vom Blog Yummy Travel in ihrer Blogparade. Grund, einmal mehr über sein eigenes Reiseverhalten nachzudenken. Wenn ich an frühere Reisen denke, waren die Ziele ganz anderer Natur als heute. Vorwiegend ging es darum, Spaß zu haben.

Wie alles beginnt

Meine allererste Reise habe ich mit meinen Kumpels unternommen. Mühsam habe ich das Geld von meiner Lehrlingsrente abgespart. Wir wollten nur Spaß haben. Ein privates Zimmer, einen See zum Baden, einen Konsum zum Einkaufen, eine Kneipe zum Essen und eine Disco um Mädchen kennenzulernen. Mehr hat diese Reise nicht gebraucht. Wo ich war? In Kallinchen bei Zossen im Großraum Berlin.

Noch heute erinnere ich mich gerne daran und muss über den Spaß, den wir hatten, schmunzeln. Später interessiere ich mich immer mehr für die Region, in die ich reise. In der Sächsischen Schweiz sind es die Reste der ehemaligen Felsenburgen; auf Usedom der Kopfbahnhof in Heringsdorf und in Thüringen ist es die Geschichte des Rennsteiges. Es gibt eigentlich in jeder Region, Interessantes zu entdecken.

Meine Reisevorbereitungen profitierten von meiner Neugier. Ich plane Besichtigungen flexibel im Voraus. Scheinbar unspektakuläre Orte werden lebendig und erzählen spannende Geschichten. Die Gedanken, die ich mir darüber mache bleiben lange erhalten und machen nahezu jeden Urlaub unvergesslich.

Hinteres Raubschloss in der Sächsischen Schweiz

Das „Hintere Raubschloss“ in der „Sächsischen Schweiz“ ist ein beliebtes Wanderziel. Nicht mehr erkennbar ist es aber auch eine ehemalige Burganlage, die noch heute viele Geschichten erzählen kann.

Lerne nur das Glück ergreifen …

Damit liegt der Dichtergroßmeister Goethe vollkommen richtig. Auch wenn seine Reiselust in Malcesine am Gardasee bald mit seinem Tod geendet hätte. Nur ein Quäntchen Glück hat ihn gerettet.

Als DDR-ler können wir vor der Wende nur in einem abgesteckten Viereck reisen und das teilweise noch unter erschwerten Bedingungen. Visafreies Reisen war nur in die damalige CSSR und nach Polen möglich. Die beliebtesten Reiseziele waren damals, die Ostsee, die Hohe Tatra, der Balaton und privilegierte sind nach Bulgarien gefahren.

Außer mir. Ich muss nicht überall dahin gehen, wohin die Masse strömt. Bewusst zu bestimmen, wohin ich reisen will, auf welche Art ich reise und was ich mir ansehe, ist mir wichtig. Spontane Ideen bilden auf Reisen ein Sahnehäubchen. Wie später bei unserer Reise nach Thailand.

Spontaner Schulbesuch in Thailand

Wir fahren spontan in eine thailändische Schule und steigen aus unserem Minibus. Alle Schüler sind gerade zum morgendlichen Appell angetreten. Die Köpfe der Kinder drehen sich in unsere Richtung. Unruhe macht sich breit.

Unser Reiseleiter spricht kurz mit einer Lehrerin. Dann bekommen wir eine Schulführung. Die Kinder singen und tanzen, musizieren oder lassen uns an ihrem Unterricht teilhaben. In einer vorgezogenen Pause führen wir mit den älteren Schülern Gespräche in Englisch. Noch heute sehe ich die strahlenden Augen der aufgeschlossenen Kinder. Dieses Erlebnis werden wir wohl niemals vergessen.

Vajolet-Türme in den Dolomiten

Wir lieben aber auch die Berge, wie hier die Vajolet-Türme in den Dolomiten. Gerade im Hochgebirge kann das Wetter schnell wechseln. Die verschiedenen Stimmungen bei strahlendem Sonnenschein, nebligen Rauchschwaden und düsterem Licht bleiben unvergesslich. Zum Leben erweckt das Gebirge durch viele Geschichten und Sagen. Wie die von König Laurins Rosengarten, der nicht weit von den Vajolet-Türmen entfernt ist.

Wenn die Familie im Reiseverhalten mitmischt

man sagt bei einer Familie mit zwei Kindern, die Mark ist nur noch 25 Pfennig wert. Eigene Interessen treten in den Hintergrund. Schließlich wollen alle Spaß haben. Mit den pubertierenden Teens muss hart gerungen werden. Vom Grundlegenden haben wir unser Reiseverhalten auch während dieser Zeit nicht geändert. Im Urlaub werden jedoch viele Wünsche der Kinder berücksichtigt.

Den Siam Park auf Teneriffa mit Kindern

Kinder freuen sich auf Badeparks. Dennoch bestimmen Kinder nicht allein, was im Urlaub gemacht wird. Die Kunst liegt auch darin, Kinder für Neues zu begeistern. Gut, ich gebe es freiwillig zu. Das ist uns nicht immer gelungen.

Beim Übernachten kommt es an auf das Wie

Als Jugendlicher hat man noch wenig Ansprüche. Je außergewöhnlicher die Bleibe, desto besser der Urlaub. Abenteuerlich soll es sein. Mit einem einfachen Zimmer habe ich angefangen, Boofen im Elbsandsteingebirge natürlich mit Lagerfeuer, Zelten mitten im Wald, so war es meist bis zur Wende. Später sind es Ferienwohnungen und jetzt wählen wir Unterkünfte entsprechen dem Charakter unserer Reise, aber immer mit Frühstück. Das ist uns heute heilig.

Ein Komforthotel, wo keine Wünsche offen bleiben

Nach einer anstrengenden Reise bevorzugen wir schon einmal ein komfortableres Hotel mit Flair.

Wir lieben Hotels die Ruhe und Flair ausstrahlen

Bleiben wir länger an einem Ort, lieben lieben Hotels die Ruhe ausstrahlen. Luxus muss nicht sein.

Ein Frühstückshotel tut es auch

Wenn es dem Charakter der Reise entspricht, tut es auch ein Frühstückshotel.

Ja, wenn uns die Medien aufmischen

Klar doch lasse ich mich zum Ärger meiner Frau von Medien beeinflussen. Da ändern sich geplante Reiseziele schon mal ganz schnell. Meine Frau kann dann meine neuen Ideen nicht immer nachvollziehn. Ob beim Lesen, im Internet, beim Fernsehen oder mir hat jemand gesagt …, ich bin leicht für Neues zu begeistern.  Denn überall gibt es etwas zu entdecken. Auch wenn es in de Nähe ist. Vor etwa 15 Jahren haben meine Frau und ich uns inspirieren lassen, mit dem Fahrrad auf dem Elbe-Radweg von Hamburg nach Dresden zu fahren. 2016 haben wir das realisiert. Was wir künftig für Reisepläne haben?

Unsere Reisepläne bleiben geheim

Warum über ungelegte Eier reden. Die geeignetsten Reiseideen werden ausgewählt.

Unser Tun wird von unserer Reiselust bestimmt

Grundsätzlich hat sich unser Reiseverhalten nicht verändert. Wir haben es über Jahre hinweg verfeinert. So reisen wir jetzt mit allen Sinnen. Das ist unser Garant für schönes Reisen.

Festung Königstein im Elbsandsteingebirge

Egal ob Deutschland oder in die Ferne, wichtig für uns ist, die Art zu reisen, denn entdecken kann man überall. So trifft auch Goethes Reim auf uns zu, wenn er sagt:

„Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen.
Denn das Glück ist immer da.“


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6 Gedanken zu „Warum in die Ferne schweifen“

  1. Hallo Peter,

    sehr ehrlich und eindrucksvoll beschrieben Deine Reiseaktivitäten. Das ist richtig, dass es meist auch vor Ort oder in der Nähe Sehenswürdigkeiten gibt. Auf manche Dinge wird man erst aufmerksam, wenn ein Tourist mit Kamera dasteht und Fotos macht. Gerade beim Reisen, vor allem mit Kindern, ist es oft schwierig, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Meine erste Reise war übrigens nach Paris, weil ich diese Stadt unbedingt mal sehen wollte. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Reiseträume sollte man sich nach Möglichkeit irgendwann erfüllen.

    Viele Grüße
    Claudia

  2. Hallo Claudia,

    Paris, war damals nicht im abgesteckten Viereck. Wir waren nur in Klein-Paris, der Heimatstadt von Cornelia Grüner. Paris steht heute immer noch auf der Agenda. Irgendwann wird es vielleicht noch. Auf unseren Touren geht es uns auch so. Wir sehen wie Leute in eine Richtung strömen. Da heißt es erst einmal, wir gehen hinterher. Das funktioniert fast immer. Und Kinder, das ist ein eigenes Thema. Ich erinnere mich an einen Urlaub in Lykien. Wir kommen nach 4 Stunden Transfer in unserem gemütlichen Hotel an; meine Frau und ich, wir atmen auf; bei den Kindern monotoner Gesichtsausdruck und der Kommentar, hier sind wir am Arsch der Welt. Yippie-ya-yeah kann ich da nur sagen.

    Viele Grüße Peter

  3. Hallo Peter,
    meine ersten Reisen habe ich als Kind in Kindererholungsheime unternommen z.B. ans Meer oder in kleine Orte, nicht weit von meiner Heimatstadt. Auch da fanden wir genügend Abenteuer. In der Lehre ging es dann nach Jugoslawien mit Höltl und dem Campinganhänger. Auch heute noch kann ich sowohl in der Jugendherberge, als auch in einem schönen Hotel wohnen. Die Reise selbst, das Neue ist das Faszinierende und das kann auch um die Ecke sein.

    Tolle Bilder! Besonders das Bild der Sächsischen Schweiz sieht ganz spektakulär aus!
    Liebe Grüße
    Renate

  4. Hallo Renate,

    jede Reise ist etwas Besonderes. Deswegen erinnern wir uns auch gerne daran. Und egal wohin uns eine Reise führt, wer seine Sinne schärft, entdeckt immer etwas Neues. Da muss man wirklich gar nicht weit gehen. Die Sächsische Schweiz liegt vor meiner Haustür. Noch heute entdecke ich neue Wege, auch spektakuläre. Man muss wirklich nicht immer weit reisen, um Neues zu entdecken.

    Viele Grüße
    Peter

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