Radreisen ist Erleben mit allen Sinnen

Seid ihr fit für eine Radreise?

Die Frage stellen sich viele, wenn ein schöner Film über eine Radreise im Fernsehen gezeigt wird oder Freunde und Verwandte über ihre letzte Tour berichten. Zwischendurch flammt kurz der Gedanke auf, das würde ich auch gerne mal machen. STOPP – haltet diesen Gedanken einmal fest. Heutzutage ist vieles möglich. Eine Radreise kann fast jeder unternehmen. Dafür bedarf es ein paar Anforderungen und ein paar Tipps, die ihr beachten solltet.

Wie erlebt ihr Reisen mit allen Sinnen

Wer bei der Gestaltung seiner Reisen vielseitig ist, liebt Herausforderungen. So ist es auch bei Radreisen. Während einer Radreise bewegt ihr euch langsam und nehmt die Umgebung über all eure Sinne wahr. Aber nur wenn ihr diese bewusst einschaltet. Ihr haltet mit dem Rad da, wo ihr am Wegesrand durch einen eurer Sinne verführt werden.

Da wartet eine schöne Aussicht auf ein Foto; der Geruch eines Restaurants verführt zum Einkehren; wohltuende Klänge von Straßenmusikanten laden zum Verweilen ein oder eine exotische, wohlriechende Pflanze verzaubert für einen Moment eure Sinne. All diese Emotionen beschreiben eure Erlebnisse.

Sich von den regionalen Küchen verführen lassen, sich an der frischen Luft bewegen und den feinen Duft blühender Pflanzen aufnehmen, Bauwerke verschiedener Architekten bestaunen, traumhafte Landschaften ansehen und vieles mehr verkürzen die Zeit der einzelnen Tagesetappen.

Natürlich gibt es auch Radfahrer, die die Fahrt an sich als eine Herausforderung ansehen. Naturgemäß fahren diese täglich längere Strecken. Überlegt euch, was ihr erleben wollen und wie viel Zeit euch das wert ist.

Radreisen für die Sinne

Wie anstrengend ist eine Radreise

Wie anstrengend eure Radreise ist, bestimmt in erster Linie euer Allerwertestester. Ihr glaubt mir das nicht? Spätestens, wenn ihr euren Allerwertesten nach zwei oder drei Etappen zu sehr beansprucht habt, werdet ihr auf ihn hören. Oder euch geht es, wie diesem Herrn: Ich muss heute mal eine Strecke mit dem Bus fahren; ich kann kaum noch im Sattel sitzen. Ja, wer weite Strecken fahren will, muss die Muskeln seines Allerwertesten vorher gut trainieren.

Zu Hause kann jeder für sich feststellen, wie anstrengend die Radreise werden darf. Das Beste ist, ihr unternehmt ein paar Radtouren und steigert die Länge der Tour. Der Allerwerteste beginnt zu schmerzen, wenn die Anstrengung zu groß wird. Kürzt die Tagesetappen um 30%. Dann gibt es keine Probleme.

Allein im Duo

Alleinreisen hat den Vorteil, von niemandem abhängig zu sein. Schon ein Partner kann das ändern. Auf unserer Radreise von Hamburg nach Dresden konnten meine Frau und ich das Verhalten der Partner auf den Touren sehr gut beobachten.

Bei Ehepaaren sind die Männer meistens vornweg gefahren und die Partnerin kam manchmal weit abgeschlagen hinterher. Klar kann man mal kurzzeitig etwas vorausfahren. Über größere Strecken ist das für den mitfahrenden Partner eher unschön. Manchmal haben wir den Frust in den rot angelaufenen Gesichtern sehen können.

Auch unter befreundeten Radfahrern habe ich solch ein verhalten beobachtet. Als der weit abgeschlagene Radfahrer seinen Spannemann nicht mehr sehen konnte, hat er sein Rad in die Böschung fallen lassen und sich ins Gras gesetzt. Seinen Spannemann habe ich etwa einen halben Kilometer weiter getroffen. Ein Albtraum für jeden Urlauber.

Ohne Frust gehts mit dem E-Bike

Ich höre schon die Stimmen, die da sagen, ich will Radfahren und nicht durch die Gegend rasen. Ist ja auch richtig. Wenn aber der Leistungsunterschied der Radler nicht zu überbrücken ist, hilft ein E-Bike. Der leistungsschwächere Radler kann dann bedarfsweise sich elektrische Unterstützung holen. Meist ist dann ein Mithalten mit dem sportlicheren Radfahrer möglich.

Diese Konstellation habe ich auch gesehen. Da war der Mann außer Puste und seine Partnerin folgte ihm mit einem Lächeln, aufrecht fahrend im angemessenen Abstand. Besser ist, wenn beide ein E-Bike nehmen und mit unterschiedlicher elektrischer Unterstützung fahren.

Radreisen allein im Duo

In geführten Gruppen radeln

Unter Singles sind Gruppenreisen sehr beliebt. Wer hat schon Lust, immer allein zu reisen. Aber auch sonst bieten Gruppenreisen für Radler so einiges. Ihr reist komfortabel, erfahrt viel Wissenswertes über die Gegend und müsst euch um nichts kümmern. Räder werden meist gestellt und bei Pannen ist immer jemand zur Stelle. Klar das hat dann auch seinen Preis. Eure Erlebnisse auf den Reisen wiegen das aber auf.

Gut sind Reisegruppen mit höchsten 12 bis 16 Teilnehmern. Diese Gruppen entwickeln sich harmonischer. Auch im unterschiedlichen Leistungsverhalten passen sich die Teilnehmer besser an.

Eine selbst geplante oder eine organisierte Radreise

Welche Form der Radreise ihr unternehmt, hängt von euren Zielen und gewünschten Erlebnissen ab. Wer mehr Wert auf sein persönliches Tun mit größtmöglicher Unabhängigkeit legt, wird seine Tour von A bis Z selbst organisieren. Wobei die Vorfreude auf die bevorstehende Radreise schon beim Planen entsteht. Der Zeitaufwand kann erheblich sein.

Radreisen individuell planen oder organisiert reisen

Individuelle Radreisen, die durch einen Veranstalter geplant sind, beginnen meist täglich. Die Hotels werden vom Reiseveranstalter im Voraus gebucht. Eine kostenlose Hotline des Reiseveranstalters sorgt dafür, dass während eurer Reise Pannen kein Desaster hervorrufen. Immer häufiger werden auch Gepäcktransporte zu den jeweiligen Etappenzielen angeboten. Ein Komfort, den mancher zu schätzen weiß.

Fazit

  • Überlegt euch, was ihr erleben wollt. Jeder verknüpft seine Reiseerlebnisse mit Emotionen.
  • Welcher Grad der Anstrengung ist für euch der Beste? Das betrifft einerseits, wie lange ihr täglich im Sattel sitzt und anderseits wie viele Kilometer ihr täglich fahrt und welche Anstiege zu bewältigen sind.
  • Ihr könnt eure Radreise komplett selbst organisieren. Die Vorbereitungen sind zwar aufwendig, dafür erlebt ihr diese Radreise zweimal.
  • Bei vom Veranstalter individuell organisierte Radreisen seid ihr allein und in der eigenen Geschwindigkeit unterwegs, müsst aber nicht auf Komfort verzichten
  • Oder ihr reist in kleinen geführten Gruppen mit hohen Komfort und vielen Reiseerlebnissen. Nachteile sind eingeschränkte Individualität sowie die wenigen festen Termine für die Reise.

Wenn ihr diese grundlegenden Dinge beachtet, kann auf Eurer Radreise nichts schiefgehen. Klar gibt es noch mehr Beachtenswertes. Schreibt doch einmal, welche Erfahrungen ihr auf euren Radreisen gemacht habt und was für die Planung einer Radreise mit auf den Weg geben würdet.

2 Gedanken zu „Radreisen ist Erleben mit allen Sinnen“

  1. Hallo Claudia,
    vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Du hast richtig bemerkt, dass die gegenseitige Rücksichtnahme auf gemeinsamen Touren für mich ein wichtiges Thema ist. Das trifft auf alle Reisen zu. Wird sie verletzt, kann ein Urlaub zum Horrortrip werden.
    Viele Grüße
    Peter

  2. Hallo Peter,

    da hast Du alle wichtigen Punkte für Fahrradtouren aufgeführt. Es ist ähnlich wie bei den Pauschal- oder Individualreisen, entweder bucht man eine feste Tour in die Gegend, wo man hin will, oder man plant alles selbst, hat mehr zu tun, aber ist flexibler. Und für Busse gibt es ja spezielle Anhänger für die Mitnahme von Fahrrädern, in Zügen sind auch oft spezielle Plätze für Fahrräder vorhanden. Gegenseite Rücksichtnahme ist generell ein wichtiger Punkt. Hast Du auch in anderen Artikeln schon erwähnt. Einfach ab und zu umdrehen und schauen, ob noch alle da sind, wenn nicht, kurz warten, sonst macht es den anderen, die langsamer sind, keinen Spaß.

    Viele Grüße
    Claudia

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