Malerweg mit Hund

Wandern auf dem Malerweg
im Elbsandsteingebirge
und ich bin dabei Hund Bello darf mit auf die Wanderreise

Den besten Freund ins Tierheim geben und selbst in den Urlaub fahren? Ist für Hundeliebhaber ein “No-Go”. Aber kann man mit seinem Hund, den mit Stiegen und Leitern durchzogenen Malerweg im Elbsandsteingebirge entlangwandern?

Warum auf die Route der Maler mit dem Hund?

Einige Wege und Aussichtspunkte des Malerweges sind für Hunde nicht geeignet. Dennoch ist das kein Grund mit ihren Liebling eine der schönsten Wanderreisen der Sächsischen Schweiz den Rücken zu kehren. In diesem Beitrag bekommt ihr Tipps, wie ihr mit euren Liebling die Schwierigkeiten meistern könnt.

Die Route der Maler führt Sie an Orte, die Maler inspiriert haben, diese Landschaften für die Ewigkeit festzuhalten.

In meinem Blog habe ich unter “Faszination Malerweg” schon über die Renaissance des Malerweges berichtet. Der Ruf dieses schönen Rundweges, hat sich in den letzten Jahren herumgesprochen. Seit der Wiedereröffnung im Jahr 2006 wollen viele Wanderer auf den Malerweg entlangwandern.

Die Anforderungen des Malerweges

Die Etappen des Malerweges sind mittelschwer. Geübte Wanderer haben keine Probleme. Mit 12 Tageskilometern erscheint eine dieser Etappen sehr kurz. Unterschätzt nicht die kurzen, steilen Anstiege. Immerhin summieren diese sich währen der 8 Etappen auf über 4.000 Höhenmeter.

Viele Wanderer unterschätzen das kleine Felsengebirge. Der höchste Punkt der Wanderreise ist der 552 m hohe Große Winterberg. Zieht man die Höhe des Elbspiegels ab, bleiben noch 440 m. Das scheint nicht viel an Höhe zusein. In Feedbacks höre ich dennoch immer wieder von “Aha Effekten”, wenn es um Anstrengungen beim Wandern geht.

Unterschätzt nicht die häufigen kurzen und steilen Anstiege auf den täglich Touren.

Wandern mit Hund
Waldi genießt die Action und hat für nichts anderes Zeit

Die Wanderrouten des Malerweges verlaufen nur wenig auf Bergkämmen. Die hügligen Landschaften mit ihren Schluchten und Tafelbergen verlangen von Ihnen und Ihren Hund eine gute Fitness.

Welche Hürden muss ihr Hund überwinden?

Schmale Eisenstiegen, Leitern sowie Brücken und Stufen aus Eisengittern sind die größten Hindernisse für Ihren Hund. Wenn ihr es euch zutraut, könnt ihr euren Hund über Treppen und Stiegen tragen. Das ist nicht immer einfach. Da ihr selbst mit beiden Händen zufassen müsst, wie das folgende Bild vom Jägersteig zeigt. Für diese Stellen gibt es Umgehungen.

Der Jägersteig ist nicht für Hundegeeignet
Jägersteig in den Schrammsteinen – tragen oder Umgehen?

Folgende Umgehungen werden empfohlen

  • Eisentreppen in der Wolfsschlucht: Diese könnt ihr über den Lehrpfad nach Hohnstein umgehen
  • Dorfbachklamm ins Kirnitzschtal: Die aus Eisengittern bestehenden Stufen und Brücken umgeht ihr über einen Wanderweg, der euch direkt zur Ostrauer Mühle führt.
  • Leitern am Jägersteig: Empfohlen werden die Umgehungen über den Zeughausweg und über den Elbleitenweg. Ich empfehle euch die Umgehung über den Elbleitenweg mit dem Aufstieg über die Breite Kluft. Wenn ihr die 250 Stufen aus Stein- und Holzbohlen zum Schrammsteinweg (Malerweg) überwunden habt, erwarten euch ein wunderschöner Aussichtspunkt und zugleich ein schöner Rastplatz.
  • Beim Abstieg vom Kuhstall: Bei den Treppen des Haussteiges, steht ihr am Schluss vor einer Leiter. Schaut nach links, da seht ihr eine schmale Spalte, durch die ihr mit euren Hund die Leiter umgehen könnt.
  • Nadelöhr am Pfaffenstein: Das sind zum Teil sehr steile und enge Steinstufen, eine Leiter, die durch ein enges Loch führt, dem Nadelöhr. Absolut ungeeignet für Hunde. Der bequeme Aufstieg ist nicht weniger reizvoll, dafür aber hundefreundlich.
  • Kammweg auf dem Rauenstein: Eisenstufen und eine sehr enge Eisentreppe machen den Kammweg für Hunde unbegehbar. Umgeht den Kammweg auf der Südseite (Wegmarkierung roter Strich). Tipp: Ihr könnt mit euren Hund vor der Umgehung hoch zur Gaststätte auf dem Rauenstein wandern. Die Aussicht ist lohnend, auch wenn ihr den gleichen Weg wieder absteigen müsst.

Egal wie ihr euch entscheidet. Letztendlich ist es euch überlassen, ob ihr die Streckenabschnitte umgeht. Oder, ob ihr euch zutraut euren Hund über diese Hürden zu tragen.

Übernachtungen im 3-Sterne Standard

Übernachten werdet ihr in Unterkünften, die einem 3-Sterne Standard entsprechen. Während ihr im Voraus bezahlt, müsst ihr für eure Lieblinge erst vor Ort bezahlen. Ihre Übernachtungskosten betragen zwischen 5 und 10 Euro (Stand: 2018). Beachtet aber bitte, dass ihr euren Hund bei der Buchung unbedingt mit anmeldet.

Schützt eure Hunde vor anderen Wanderern!

Im Nationalpark Sächsische Schweiz gilt Leinenpflicht. Oft erlebe ich Hunde, die nicht an der Leine geführt werden. Das mag teilweise OK sein. In manchen Situationen aber nicht:

In der Schutzhütte am Ausstieg der Schwedenlöscher machen wir Rast. Während meine Frau noch alles sortiert, esse ich eine Schnitte. Da kommt rasend und schwanzwedelnd ein Mischlingshund. Stützt sich mit beiden Pfoten auf meine Knie, bellt und schaut nach meinem Essen. Ist er gutmütig oder aggressiv? Nach wenigen Sekunden, die ich als eine Ewigkeit empfinde, kommt sein Herrchen .

Öfter traben die Lieblinge weit voraus. Neugierig kommen sie auf uns zu und beschnuppern uns. Die Frage, die wir uns immer stellen: Ist er gutartig oder aggressiv?

Wenn Wanderer unerwartet reagieren, können solche Situationen schnell eskalieren. Das ist unnötiger Ärger! Also …

… schützt euren Hund vor unbedachten Handlungen anderer Wanderer!

Malerweg mit Hund
Castor hat die Schnauze voll und schaut nur zu anderen Wanderern

Fazit

Ihr könnt mit euren Hund eine entspannte Wanderreise entlang des Malerweges unternehmen. Ein paar Tipps zur Vorbereitung:

  • Ihr Liebling sollte eine gute Kondition haben.
  • Habt ihr vor, euren Hund über ein paar der Hürden zu tragen, empfiehlt sich unbedingt, eine Tragevorrichtung. Für einige Steige und Stiegen braucht ihr selbst eure Hände.
  • Mit größeren Hunden ist es angenehmer, die hundeunfreundlichen Stellen, wie oben beschrieben zu umgehen.
  • In der Sächsischen Schweiz sind Bäche und Wasserquellen öfters versiegt. Nehmt ausreichend Trinkwasser für euren Hund mit.
  • Büxt euer Hund gerne einmal aus, denkt an die Leinenpflicht. Nationalparkwächter tauchen unerwartet auf und bitten euch zur Kasse.
  • Im Wanderführer für Hunde FRED & OTTO in der Sächsischen Schweiz bekommt ihr weitere wertvolle Informationen.

Na, habt ihr Lust bekommen? Auf einer der schönsten Wanderrouten Deutschlands, mit eurem Liebling den Urlaub zu verbringen. Dann unternehmt die 10-tägige Wandertour über 8 Etappen entlang des Malerweges. Ein Wanderweg, der euch abenteuerlich beeindrucken, romantisch inspirieren und geschichtlich überraschen wird.



Bildnachweis | Beitrag überabeitet Januar 2018

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5 Gedanken zu „Malerweg mit Hund“

  1. Hallo Peter,

    das finde ich gut, dass Du hier mal das Thema aufgreifst, was es bedeutet, einen Hund mit auf Reisen zu nehmen. Da gibt es doch einige Aspekte zu bedenken wie Leitern, Unterkunft, Leinenpflicht. Interessant wäre auch noch zu wissen, ab welchem Alter solche Touren für Kinder zu bewältigen sind. Obwohl sich das pauschal sicher nicht sagen lässt.

    Viele Grüße
    Claudia

  2. Hallo Claudia,
    das freut mich, wenn Dir dieser Beitrag gefällt. Mit Kindern werden Mehrtageswanderungen schwieriger. 12 bis 14 Jahre und fit sollten sie schon sein. Vor allem müssen die Kinder Lust zum Wandern haben, sonst kann so eine Tour schnell zu einer Tortur werden. Die 8 Etappen des Malerweges mit Kindern zu machen, ist eher untypisch. Besser ist da Standortwandern von einer Unterkunft aus. Da können die Eltern die Wünsche der Kinder mit im Urlaubsplan aufnehmen. Das motiviert.
    Viele Grüße
    Peter

    1. Hallo HappyHiker,
      ja, in den letzten Jahren kommen immer mehr Hunde zu Besuch. Allerdings ist es mit größeren Hunden etwas schwer, steilere Stiegen zu überwinden. Wie beispielsweise den Jägersteig.
      Einen Teil Deiner Berichte über die einzelnen Etappen des Malerweges habe ich schon gelesen. Es ist immer wieder schön beim Lesen die Etappen in Gedanken noch einmal mit zu wandern.
      Viele Grüße
      Peter

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