Hasseröder Ferienpark ein Kinderparadies

Harz Hasseroeder Ferienpark

Oma können wir nächstes Jahr wieder in Hasseröder Ferienpark fahren? Das fragten unsere Enkel nach drei Tagen. Ein Kurztrip mit Hexensabbat, Badeaction, Indoorspaß und Brockentour.

Der Harz im Herzen Deutschlands

Mitten in Deutschland gelegen mit guten Verkehrsanbindungen und dem 1141 Meter hohen Brocken muss sich der Harz als Urlaubsregion keineswegs hinter den allseits beliebten Seebädern verstecken. Viele Urlauber erkennen das. Ob Motorradfahrer oder Mountainbiker, Wanderer oder Städtereisende – jeder, geht hier seinem Urlaubsfaible nach.

Wir, wollen den Harz mit unseren Enkeln entdecken. Gespannt, was uns erwartet, freuen wir uns auf den Kurztrip mit unseren Enkeln in den Harz.

Hasseröder Kinderparadies

Heute rede ich nicht vom gleichnamigen Bier. Ja genau, in dieser Region wird das wohlschmeckende Bier gebraut. Am Fuß des Brockens, ganz nah am Kinderurlaubsparadies – dem Hasseröder Ferienpark.

Während an der Rezeption, die Formalitäten erledigt werden, stehen Lars und Anna vor dem Brockenbad und drücken sich die Nasen breit. Am liebsten würden die beiden gleich ins Wasser springen. Denn die große Tubing Rutsche sorgt sofort für überschwänglicher Freude.

Zum Glück haben Lars und Anna noch nicht die Indoor Spielhalle entdeckt. Erst am späten Nachmittag ist hier für eine Stunde, toben angesetzt. Manchmal frage ich mich, woher die Beiden diese Kraft aufbringen für das unermüdliche Auf und Ab. Diese Anstrengung steht ihnen danach auch ins Gesicht geschrieben. Da hilft nur eine Abkühlung mit einem leckeren Eis.

Der Wernigeröder Märchenweg

Opas erster Weg in der Rezeption ist immer der Infostand mit den Flyern. Da entdeckte ich auch den Flyer mit dem „Wernigeröder Märchenweg„. Der beginnt gleich hinter unserem Appartement. Zweistunden hin und zurück, zweieinhalb Kilometer und 180 Höhenmeter. Das ist fast der Höhenunterschied vom Kurort Rathen in der Sächsischen Schweiz bis auf die Bastei.

Bevor ihr euch auf die kurze Wanderung begebt, besorgt euch für jedes eurer Kinder einen Flyer. An acht Stationen sind acht Fragen zu beantworten. Frage vier ist echt schwer. Da haben wir etwas nachgeholfen. Um so interessanter ist Frage fünf. Welcher Müll verrottet am langsamsten. Von den auszuwählenden ist es Glas mit 4000 Jahren. Ein unvorstellbarer Zeitraum.

Bei Frage zwei geht es darum, um wie viel Sekunden der Wolf auf 25 Meter schneller läuft als du. Lars und Opa sind angetreten: Fertig los! Na gut. Lars spielt Fußball und ist gut trainiert, ich gebe mich geschlagen. Lars braucht 5,1 Sekunden – ein Wolf 1,3 Sekunden.

Am Ende des Märchenweges belohnt der Rapunzelturm mit einer wunderschönen Aussicht. In der Ferne ist auch der Brocken zu sehen, unser morgiges Ziel.

Im „Waldgasthaus Armeleuteberg“ können sich die Kinder eine kleine Belohnung abholen. Natürlich nur, wenn alle Fragen beantwortet sind. Denkt daran, dienstags hat das Waldgasthaus geschlossen.

Tour ab dem Hasseröder Ferienpark über den Wernigeröder Märchenweg kleine Belohnung

Mit Volldampf auf dem Brocken

Klar, das Erlebnis mit einer Dampflok auf den Brocken zu fahren, lässt sich keiner entgehen. Zumal die Bahnstation Hasserode in einer viertel Stunde, vom Hasseröder Ferienpark aus zu erreichen ist. Fahrkarten gibt’s im Zug. Keine Angst ihr entkommt nicht eurer Pflicht, ein Ticket zu kaufen. Schaut euch aber vorher die Preise an. Die sind deftig aber fair.

Eineinhalb Stunden dauert die Fahrt zum Brocken. Bei den Zwischenstopps in „Drei Annen Hohne“ und „Schierke“ muss das Dampfross Wasser nehmen. Schließlich hat der Zug eine Steigung von 31 Promille zu überwinden. Das ist Höchstleistung. Aber nicht nur für die Lok, sondern auch für den Heizer. Der weiß nach seiner Schicht, was er vollbracht hat. Da lese ich natürlich etwas irritiert das folgende Werbeplakat.

Dampflokheizer HSB

Erschreckend sehen die Nadelwälder am Brocken aus. Weite Teile sind kahl. Keine grünen Zweige an den Fichten alles grau. Gespenstisch wie in einem Geisterwald. In geringeren Ausmaß kenne ich das aus der Sächsischen Schweiz. Den Schaden richtet der Borkenkäfer an. Im Nationalpark Harz und auch im Nationalpark Sächsische Schweiz wird dagegen bewusst nichts unternommen.

Die Monokultur der Fichten hat diesen Schädling angezogen. Der Borkenkäfer fühlt sich hier wie im Schlaraffenland. Erst wenn andere Gehölze wachsen, wird auch der Borkenkäfer diese Region verlassen. In der Sächsischen Schweiz wachsen Buchen nach. Die scheinen dem Borkenkäfer nicht zu bekommen. Hier im Harz sehe außer ein paar vereinzelte junge Fichten keine anderen Gehölze. Dieser Prozess wird hier sicher noch Jahre dauern.

Harz Borkenkäfer - Ausflug ab Hasseröder Ferienpark

Ankunft und Rückmarsch auf Schusters Rappen

Joj, ist das kalt! In Hasserode hatten wir noch 17 Grad und Sonne. Die hat uns nun gänzlich verlassen. Auf dem Brockenbahnhof stehen schon die ersten Leute mit ihrem Gepäck und wollen mit der Schmalspurbahn talwärts fahren. Schön, dass es die Bahn gibt.

Der Dichter Heinrich Heine schreibt in seinem Manuskript – Die Harzreise: „Mir war immer, als ob der Pferdefuß neben mir hinaufkletterte und jemand humoristisch Atem schöpfte. Und ich glaube, auch Mephisto muss mit Mühe Atem holen, wenn er seinen Lieblingsberg ersteigt; es ist ein äußerst erschöpfender Weg, und ich war froh, als ich endlich das langersehnte Brockenhaus zu Gesicht bekam.“

Johann Wolfgang von Goethe hat sich im Harz für seine teuflische Geschichte Dr. Faust inspirieren lassen. Denkt Heine hier an Goethes Werk? Mit Sicherheit war eine Brockenbesteigung eine einsame Wanderung im Gegensatz zu heute. Allein und bei düsterer Stimmung des Wetters mit dem knarren und Rauschen des Waldes hat Mephisto leichtes Spiel von deinen Gedanken Besitz zu ergreifen.

Diejenigen die zu Fuß den Brocken erklimmen, sind gezeichnet von den Anstrengungen. Außer Mountainbiker, die scheinen mühelos den Brocken zu bezwingen. Schnell zum Gipfelstein, ein Erinnerungsfoto schießen und gleich wieder mit Karacho auf der Asphaltstraße ins Tal fahren.

Harz Brocken - Ausflug ab Hasseröder Ferienpark

Trotz des Nieselregens kommen massenhaft Ausflugsgäste bei ungemütlichen Wetter auf diesen Berg. Lars und Anne interessierten sich bei der schlechten Sicht mehr für die Schilder mit den Entfernungsangaben zu den jeweiligen Städten Rom, Oslo oder Berlin.

Wir wandern abwärts. Noch immer kommen uns Wanderer, wie die Lemminge entgegen. Irgendwie stimmt auch der Wegverlauf nicht mehr. Schierke steht noch auf den Wegweisern. Nur müssten die Gleise der Schmalspurbahn rechts von uns verlaufen.

Aus den 12.000 Schritten bis Schierke, hat der Schrittzähler 21.000 Schritte angezeigt. Da sind wir doch etwas vom Weg abgekommen. Hut ab vor unseren fünf- und sechsjährigen Enkeln. Ohne Meckern sind sie gelaufen. Dann endlich, der Bahnhof Schierke.

Und da kommt schon unser Zug. Via Drei Annen Hohne fahren wir nach Hasserode.

Harz Brockenbahn Schierke

Badeparadies Brockenbad

Das ist natürlich das Highlight, der Ferienanlage. Und nach der Wanderung auf Abwegen ist Badespaß mit Tubing Rutsche genau das Richtige. Lars probiert mit Opa gleich die Rutsche aus. Einmal rutschen wir gemeinsam, dann rutscht Lars allein. Das ist kein Problem. Lars hat ja schon die Seepferdchenprüfung bestanden.

Anna übt mit Oma Schwimmen und ist stolz auf die fünf Schwimmzüge, die sie ohne Bodenberührung macht. Im Duo rutscht dann auch Anna mit mir. Nach gefühlten vier Stunden Badespaß ist die Luft auch bei unseren Enkeln raus. Noch eine Runde Malefiz und dann geht’s zu Bett.

Action – Hexensabbat und Walpurgisnacht

Heute fahren wir in die Erlebniswelt von Thale. Genau dahin, wo der Teufel los ist. Zumindest für Kinder. Mit der Kabinenbahn geht’s zum Hexentanzplatz. Aber Achtung, bei Höhenangst ist es gut, vor dem Einsteigen ein Auge auf den Boden zu haben. Einige Gondeln der Seilbahn haben einen Glasboden.

Oben angekommen, dreht sich alles nur noch um Hexen, um Hexen und noch einmal um Hexen. Hier wird richtiggehend Hexenkult betrieben. Ein Grund, mal nachzuforschen, woher dieser kommt. Und was verbirgt sich hinter dem Hexentanzplatz und der Walpurgisnacht?

Ursprünglich zog sich über das Plateau der Sachsenwall. Der zwei Meter hohe Wall diente zum Schutz einer ehemaligen Fluchtburg, deren Standort die Homburgwarte gewesen sein soll. Noch lange nach der christlichen Missionierung der Sachsen huldigten sie dennoch auf dem Hexentanzplatz ihren alten Göttern. Die christlichen Franken wollten die heidnischen Bräuche unterbinden. Kurzerhand besetzten die Franken den Platz mit Soldaten. Zum Kampf Mann gegen Mann waren die Sachsen zu schwach. Also ersonnen sie einer List. In der Nacht zum 1. Mai verkleideten sich die Frauen als Hexen und stürmten mit viel Getöse auf Besen reitend den Platz. Von der Angst gepackt rannten die fränkischen Soldaten panikartig davon. Seid dieser Zeit wird die Walpurgisnacht am 30. April abends mit Hexenfeuern gefeiert.

Harz Hexentanzplatz

Natürlich werden noch andere Attraktionen angeboten. Ein Muss für Kinder ist ein Hexenhaus, das auf dem Kopf steht. Interessant finde ich den Tierpark. Er beherbergt Deutschlands größte Wildkatze – den Lux. Vielleicht habt ihr auch Glück diese scheue Wildkatze beim Wandern im Naturschutzpark Harz zu sehen. Soweit ich weiß, ist der Harz die einzige Region, wo diese Population unter Schutz steht.

Klar, der Harzbob, oder wie allgemein gesagt wird, die Sommerrodelbahn ist das Actionhighlight für Kinder. Wenn man nicht bei jeder Tour eine halbe Stunde anstehen müsste, könnten Lars und Anne den ganzen Tag damit fahren. Ein Glück für Oma und Opa. Manchmal schonen lange Schlangen den Geldbeutel.

Mit dem Sessellift zur Roßtrappe

Keine 100 Meter von der Talstation der Kabinenbahn entfernt, befindet sich der Sessellift zur Roßtrappe. Anna fährt heute das erste Mal mit einem Sessellift. Als wäre das nichts Neues, setzt sie sich mit Unterstützung in den Sessel und baumelt während der Fahrt mit den Beinen.

Die Sonne meint es heute gegenüber der gestrigen Brockentour sehr gut mit uns. Ein Glück, der Weg bis zum Aussichtsfelsen Roßtrappe führt durch den Wald. Am Aussichtsfelsen ist ein mit Wasser und Münzen gefülltes Loch zu sehen – die Roßtrappe. Mehr ist das nicht? Lars liest noch die Geschichte.

Einer Legende nach warb der böse Ritter Bodo aus Böhmen, um die Gunst der Prinzessin Brunhilde. Die den Ritter jedoch abwies. Bodo lauerte Brunhilde im Wald auf. Sie ritt, so schnell sie konnte davon, und stand vor einem tiefen Tal. Brunhilde trieb ihr Pferd an und wagte den Sprung. Dabei verlor sie ihre Krone. Bei dem Aufprall des Hufes auf der anderen Talseite hinterließ ihr Pferd den noch heute sichtbaren tiefen Abdruck. Ritter Bodo sprang ebenfalls über das Tal, schaffte es aber nicht und stürzte 200 Meter in die Tiefe. Er kam zu Tode und wurde in einen Hund verwandelt. Seid dieser Zeit bewacht er die Krone, der Prinzessin.

Danach wird schleunigst der Rückweg angetreten. Wenigstens ist die Fahrt mit dem Sessellift ein Erlebnis. Für Mythen und Legenden sind die beiden noch zu jung. In ein paar Jahren wird auch bei Ihnen das Verständnis dafür kommen. Am Abend geht’s noch einmal ins Brockenbad, bevor wir morgen die Heimreise antreten.

Harz Sessellift Rosstrappe

Tipps für die Harz-Reise mit Kindern oder Enkelkindern

Für Kinder bietet der Hasseröder Ferienpark paradiesische Bedingungen. Seid jeher, ist unsere Spezies für Wasser zu begeistern. Das Brockenbad ist im Ferienpark der Mittelpunkt für die Erholung. Den Kleineren hat es die Indoor Spielewelt angetan. Da können sie sich richtig austoben. Die Größeren sind eher für Bowling und Tischtennis zu begeistern. Oder, ihr setzt euch auf eure Terrasse und spielt etwas mit Euren Kindern. Schließlich ist der Urlaub ihnen gewidmet. Im Alltag zu Hause, kommen diese Zuwendungen häufig zu kurz.

Im Ferienpark werden Doppelhaushälften angeboten. Es gibt aber auch geräumige Appartements, die rollstuhltauglich sind. Frühstück könnt ihr bei Bedarf vor Ort buchen. Viele Gäste bringen ihre eigene Verpflegung mit und kochen in ihren Appartements.

Wichtig ist, bei der Buchung zu beachten, dass das Brockenbad inklusive ist. An Tagen mit starken Besucherandrang haben Hausgäste Vorrang. Am Abreisetag ist das Bad nicht inklusive.

Anreisen könnt ihr am besten mit dem Auto. Der Ferienpark bietet kostenlose Parkplätze, die aber nicht immer vor der Haustür sind. Wer mit der Bahn anreist, fährt bis Wernigerode und nimmt sich für die restlichen 4 Kilometer bis zum Hasseröder Ferienpark ein Taxi. Oder, wer gleich den Bahnhof der Brockenbahn in Hasserode kennenlernen will, der fährt mit der Schmalspurbahn. Die fährt selten und muss separat bezahlt werden.

Ein Kurztrip über drei Tage in den Harz mit Kindern ist immer lohnend. Wir waren auf Entdeckungstouren, hatten viel Spaß und schönes Wetter. Unseren Enkeln hat der Kurzurlaub gefallen, sodass sie den nächsten Urlaub mit Oma und Opa schon angemeldet haben. Was will man mehr.

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