Elberadweg: Besichtigung Hamburg

Hamburg, Beginn der Radreise von St. Pauli bis zum Dresdner Zwinger

Elbe-Radweg I – Hamburg das Tor zur Welt

Jahre hat es gedauert, bis wir endlich diesen Gedanken in Tat umgesetzt haben. Mit dem Fahrrad entlang des Elbe-Radweges von Hamburg nach Dresden. Ein sportliches vorbereiten auf diese Tour, war dieses Jahr wegen des anhaltenden regnerischen und kühlen Wetters nicht möglich. Etwas Kopfzerbrechen haben uns da die 700 Kilometer im Sattel schon gemacht. Da muss es eben ohne gehen. Alles ist bereits gebucht, also gibt es kein zurück mehr.

Anreise nach Hamburg für die Radreise entlang des Elbe-Radweges

Es ist Sonnabendmorgen in Dresden. Der Blick aus dem Küchenfenster lässt keine Schlüsse auf das Wetter zu. Wir frühstücken und bepacken danach unsere Fahrräder. Da fallen Regentropfen. Oh … warum jetzt? Bis zum Neustädter Bahnhof sind es drei Kilometer, die wir mit dem Rad fahren müssen. Das fängt ja gut an, dachten wir.

Vom Regen nass, warten wir auf unseren Zug, der pünktlich einfährt. Die Fahrräder werden in einem speziell für Fahrräder gebauten Abteil untergebracht und wir sitzen im gleichen Wagen auf für uns reservierte Plätze. Dann geht’s los. Nur etwas mehr als vier Stunden ist der Zug von Dresden bis Hamburg Hauptbahnhof unterwegs.

Elberadweg: Dresden Neustadt

In Hamburg erwartet uns strahlender Sonnenschein. Richtig schönes Urlaubswetter. Wir fahren mit unseren bepackten Rädern in unser Hotel nach St. Pauli, beziehen unser Zimmer und gehen gleich mit unseren Rädern auf Entdeckungstour.

Luxusliner – Queen Mary 2

Im Vergnügungsviertel St. Pauli queren wir die Herbertstraße, die Tore stehen sperrangelweit offen und der nächtliche Müll wird beräumt. Hinter dem Hügel sehen wir die QM2 in einem der Docks stehen. Sie ist einen Tag vor uns angekommen und bekommt eine innerliche Runderneuerung. Das royale Ambiente des Luxusliners fordert viel Aufmerksamkeit für die Feinheiten.

Elberadweg QM2

Bis 20. Mai ist die Lady noch auf Dock 17 der Blohm & Voss Werft zu sehen. Amnächsten Tag werden sich die Passagiere in die erneuerte QM2 am Cruise Center Steinwerder einschiffen. Abends bricht der Luxusliner dann über Southampton nach New York auf. Diese beiden Fahrten sind leider schon ausgebucht. Weitere Termine für diese Route sind am 15. Juli und 30. Auguste 2016. Am 18. August geht’s dann von Hamburg aus auf Fjordfahrt.

Speicherstadt und HafenCity

Genug gestaunt. Wir radeln weiter in die Speicherstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Da springt einem gleich ein Skandalprojekt ins Auge, die Hamburger Elbphilharmonie. Wobei fast jede Stadt ihr Skandalprojekt hat. In Dresden ist es die Waldschlösschenbrücke.

Die Architektur und den Standort der Elbphilharmonie finde ich gut. Schließlich pulsiert in der HafenCity und in der angrenzenden Speicherstadt das Leben.

Am Kreuzfahrtschiffanleger der HafenCity sehen wir ein weiteres Highlight, das Apartment-Kreuzfahrtschiff „The World“. Einchecken und nie wieder von Bord gehen, heißt es hier. Das tun die Passagiere dieses Luxusliners. Wer an Bord gehen will, muss eines der 165 Luxusapartments als Eigentum erwerben. Dann kann man auf Weltreise gehen. Ein verführerischer Gedanke.

Elberadweg Apartmentschiff The World

Hafenrundfahrt

Mittendrin in der HafenCity steht der futuristische Marco Polo Tower. Auf unserer exklusiven Hafenrundfahrt am regnerischen Sonntag erfahren wir, dass Helene Fischer ein Apartment in der obersten Etage des Towers gekauft hat. Eines Abends soll der Fahrstuhl defekt gewesen sein und Helene musste ihr Apartment über die Treppen erklimmen. Ein paar Tage später hat Helene Fischer ihren Hit „Atemlos, durch die Nacht“ herausgebracht, setzte der Kapitän ironisch hinzu. (Bild unten – Links: Elbphilharmonie / Rechts: Marco Polo Tower)

Elberadweg Elbphilharmonie und Marco Polo Tower

Weil wir gerade bei der Hafenrundfahrt sind; die können wir nur empfehlen. Sie ist aufschlussreich, amüsant und man hört Nachdenkliches. Während der Fahrt, bekommen wir einiges über die gigantisch wirkenden Containerschiffe zu hören. Wie viel Personal früher notwendig war, um so ein Schiff sicher über die Meere zu navigieren. Heute machen das noch 15 Leute, den Rest macht der Computer; … den Rest macht der Computer; sagt der Kapitän immer wieder.

Nachdem ich den Spruch zum dritten Mal höre, vergleiche ich gedanklich den Spruch mit der Situation in den Reisebüros. Kollektive Erfahrungen ersetzen immer stärker das Know-how der Reisebüros; … den Rest macht der Computer, denke ich mir. Mit diesem Thema werden wir uns im Reisebüros künftig mehr auseinandersetzen müssen. Wohin dann die Reise gehen wird, erfahren wir in den nächsten Jahren.

Das Schicksal der CAP SAN DIEGO

Nach der Hafenrundfahrt haben wir das größte fahrtüchtige Museums-Frachtschiff der Welt besichtigt. Ein elektronischer Guide führt über das Schiff und erzählt Geschichten über das Leben an Bord. Mein Herz blüht auf, als ich mir den über drei Etagen großen Zweitakt-Dieselmotor angesehen habe. Der ist direkt mit der Antriebswelle verbunden. Der Motor strahlt noch etwas Wärme ab. Ich lege die Hand an den Motor und fühle, dass der Motor seit seinem letzten Lauf noch nicht völlig ausgekühlt ist.

Elberadweg CAP SAN DIEGO
Mit dem Museumsschiff CAP SAN DIEGO können auch dieses Jahr wieder Fahrten auf der Elbe, dem Nord-Ostsee-Kanal und der Kieler Förde gebucht werden. Interessant für all diejenigen, die einen Tag das Abenteuer auf einem schon historischen Frachtschiff erleben wollen.

Miniatur Wunderland

Der Höhepunkt unseres Hamburgaufenthaltes ist der Besuch des „Miniatur Wunderlandes“ in der Speicherstadt. Bei dieser Modellbahnausstellung schlagen alle Herzen höher, zumindest Kinder- und Männerherzen.

Es ist Sonntagmorgen und wir sind schon früh am Morgen in der Ausstellung, deren Eintrittskarten wir uns am Vortag im Hotel besorgt haben. Die Vorausbuchung ist ratsam, um eine gute Chance für den Besuch zu bekommen.

Die Ersten sind wir nicht. Das haben wir auch nicht erwartet. Jedoch sind an diesem regnerischen Tag schon viele Familien unterwegs. Es scheint doch noch, viele Frühaufsteher zu geben.

Wir betreten den Bereich der Modellbahnanlagen. Wahnsinn denke ich so und sehe mir die riesigen Ausmaße der Anlagen an, die über mehrere Etagen gebaut sind. Damit Züge diese Etagen überwinden, fahren sie in einer Spirale nach oben oder unten. Allein der Bereich der Schweizer Bergwelt am Matterhorn ist immerhin sechs Meter hoch.

Hamburg Modellbahn Schweiz

Ich sehe, wie ein Signal frei wird und ein mit einem Krokodil bespannter Güterzug sich in Bewegung setzt. Die Güterwagen sehen nicht aus wie neu gekauft, sondern verschlissen, als hätten sie schon viele Tonnen der verschiedensten Güter an ihr Ziel befördert. Das ist das Besondere; die Detailgenauigkeit ist beeindruckend.

Es wird dunkel, in der Hamburger Elbphilharmonie gehen die Lichter an und nahe am Bahnhof rückt mit Sirenengeheul und Blaulicht ein Großaufgebot von Feuerlöschzügen an, um einen Dachstuhlbrand zu löschen. Nach kurzer Zeit wird es wieder Tag und das nächtliche Blinken des Blaulichtes verliert seinen Glanz.

Hamburg Modellbahn Feuerweheinsatz

Genauso staunend stehen wir vor dem Airport Knuffingen. Mit lärmenden Triebwerken starten und landen Flugzeuge und fahren in ihre Parkposition. Ein Tankwagen blinkt und biegt nach rechts ab, bis er am Flugzeug angekommen ist.

Schmunzeln kann man über einen Film, der zeigt die Anfänge des Baus und deren Malheurs. Das erinnert ein bischen an den Bau, des noch immer nicht fertiggestellten Berliner Großflughafen. So richtig vergleichen kann man beides nicht. Denn der Airport Knuffingen ist mittlerweile perfekt; der Berliner Flughafen wird wohl niemals perfekt werden.

Hamburg Modell-Flughafen

Von den Eindrücken dieser Modellanlagen noch überwältigt, bummeln durch das verregnete Hamburg. Nach eineinhalb Tagen kann ich sagen: Hamburg trägt nicht umsonst den Zusatz „das Tor zur Welt“.

Nachmittags kommt die Sonne wieder zum Vorschein, sodass wir am morgigen Tag unsere Radreise nach Dresden optimistisch, was das Wetter betrifft, beginnen werden.

Erlebnisberichte


Bildnachweis

Bitte folge und like uns

2 Gedanken zu „Hamburg, Beginn der Radreise von St. Pauli bis zum Dresdner Zwinger“

  1. Hallo Peter,

    gut erzählt Deine Radreise. Man ist fast mit dabei. Ich hoffe doch, Ihr hattet genauso gute Regenkleidung wie Eure Fahrräder auf dem Bild. Das Wetter ist heutzutage leider sehr unberechenbar, wer davon abhängig ist und sich die Laune verderben lässt, wenn es schlecht ist, verdirbt sich selbst den Urlaub. Meine Devise ist, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung, und man kann immer ein Alternativprogramm machen.

    Viele Grüße
    Claudia

  2. Hallo Claudia,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Klar waren wir auf Regen vorbereitet. Das Wetter hat es aber auf unserer Radtour gut mit uns gemeint. Wir mussten uns nur an einem Tag zweieinhalb Stunden unterstellen. Ansonsten radelten wir regenfrei, meist bei sonnigem Wetter und Temperaturen zwischen 23 und 28 Grad. Einen Plan B hätte es nicht gegeben. Die Übernachtungen waren vorausgebucht.

    Viele Grüße
    Peter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.