Faszination Malerweg

Die Maler der Romantik
inspiriert von
Bildern, die sie durchwanderten

Einsam, hohe Felswände, steil aufragend aus bewaldeten Berghängen, wirkt der massige Felsen des Königsteins. Die berühmte Festung, zeigt mit kriegerischem Ernst das drohenden Festungswerk und Kriegswerkzeug, wie schwer diese einzunehmen ist. Wir schreiben das Jahr 1766. Ein Maler zeichnet das majestätisch strahlende Bauwerk von allen Seiten. Dabei wird er wegen Spionage in der Festung arretiert.


Zwei Scheizer Maler und die Entdeckung des Elbsandsteingebirges

Der Verhaftete ist Adrian Zingg, der kürzlich mit Anton Graff an die Dresdner Akademie berufen wurde, entdeckten auf ihren Erkundungen in Dresden ein südlich von Dresden liegendes Hochland. Ein Bergland ohne Namen. Einfach nur Meißnisches Hochland genannt, nach dem damaligen Bistum Meißen. Das wollten die beiden Schweizer Maler erkunden.

Inspiriert von wanderbaren Bildern

Fast zwei Tagesmärsche über Pillnitz sind es zu Zingg’s und Graff’s Zeiten gewesen, bis sie zu den Naturschönheiten gelangten, zu den wir heute eine Stunde benötigen. Die Schweizer Maler sind gefesselt von den bizarren Felsenlandschaften. Sobald es ihre Zeit erlaubt, unternehmen beide Maler Ausflüge in das namenlose Gebirge. Nur um die ästhetischen Eindrücke, im harmonischen Einklang zu zeichnen.

Das Faszinierende daran. Sie haben nicht nur Bilder gezeichnet, sondern sind durch die pittoresken Schönheiten gewandert.

Im Jahr der Verhaftung hatt Adrian Zingg zwischen August und Anfang Oktober 54 Blätter in seinem Skizzenbuch. Fasziniert von den vielen Eindrücken, senden Adrian Zingg und Anton Graff viele Bilder an ihre Freunde in die Schweiz.

Kuhstall im Elbsandsteingebirge
Kuhstall

Diese glaubten ihren Augen nicht und wollten diese unbeschreiblichen Landschaften selbst sehen. Erlebnisberichte und weitere Bilder der Fremden, lösten so den ersten Reiseboom aus. Nur wenige Jahre später erhält das namenlose Gebirge die Namen Elbsandsteingebirge und Sächsische Schweiz. Und Weg zu den populären Schönheiten bürgerte sich als Malerweg ein. Diese Wegbezeichnung wird auch fortan in Reiseführern erwähnt.

Wie die Moderne den Malerweg in den Dornröschenschlaf legt

Viele Jahre waren Pillnitz und der Liebethaler Grund das Tor zur Sächsischen Schweiz. Bis Pillnitz mit Kuschen und ab da geht es auf Schusters Rappen weiter. Noble Reisende sind mit Führer und Gepäckträger weitergereist. Die Elegantesten haben sich sogar in Sänften tragen lassen.

Von moderner Verkehrsinfrastruktur war zu in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts nichts zu sehen. Die Jungfernfahrt mit dem Dampfschiff Königin Maria von Dresden nach Rathen fand erst im August 1837 statt. Und, die Fernbahn von Dresden nach Bodenbach, dem heutigen Decin eröffnete die Bahnlinie erst im April 1851.

Dampfschifffahrt und Eisenbahn und Fähren verlagern die Anreise. Sodass Pirna, das neue Tor zur Sächsischen Schweiz wird. Der Malerweg, der rechtselbisch über Pillnitz und durch den Liebethaler Grund führt, gerät in Vergessenheit.

Ein kurzer und lohnender Umweg – Die Schrammsteinaussicht

Dornröschen schlafe hundert Jahr

Es waren vielleicht ein paar Jahre mehr, als sich Berg und Heimatfreunde dieses Weges erinnerten. Über viele Jahre wurden Informationen gesammelt. Bis das Projekt Malerweg in Gang gesetzt werden konnte. Die moderne Route weicht etwas von von der historischen Route ab.

Während des 100-järigen Schlafes hat sich einiges geädert. Aus einigen Wanderwegen wurden Straßen und die Grenze zur Böhmischen Schweiz darf nicht überall überschritten werden.Der Wanderweg sollte ein Rundweg ab / bis Pirna werden.

Im Jahr 2006 ist es so weit. In einer beherzten Aktion werden Schilder für den Malerweg angebracht. Und ein Jahr später erhielt der Weg die Auszeichnung als „Deutschlands schönster Wanderweg 2007“.

Mein Fazit

  • Seit Jahr und Tag gehe ich gerne in der Sächsischen Schweiz wandern. In jungen Jahren auch klettern. Und dieses Felsengebirge fasziniert mich noch heute. Noch heute beeindruckt es abenteuerlich, stimuliert romantische Augenblicke und weiß viel Geschichten über die Menschen zu erzählen. Eben, einfach magisch.
  • Maler haben schon immer ein Auge für Schönes. Vor 250 Jahren haben die beiden Schweizer Maler Adrian Zingg und Anton Graff begeistert Landschaften eines namenlosen Gebirges gezeichnet. Diese Bilder haben einer ganzen Region ein unverwechselbares Gesicht gegeben – das Elbsandsteingebirge – die Sächsische Schweiz.
  • Eine 10-tägige Wanderreise entlang des Malerweges ist entstanden. Die Tour schickt euch über 8 Etappen, 112 km und lässt euch fast 4.000 Höhenmetern überwinden. Ihr wandert über abenteuerliche Wege mit atemberaubenden Aussichten. Und, die vielen Geschichten erwecken dieses Felsengebirge zum Leben
  • Schon im ersten Jahr der Eröffnung erhält der Malerweg, die Auszeichnung als „Deutschlands schönsten Wanderweg“.
  • Steile Felsen, Stiegen und Leitern, das ist nichts für meinen Hund. Das denkt ihr! Lest den Blogartikel: Malerweg mit Hund und eure nächste Wanderreise mit Hund geht in die Sächsische Schweiz.

Alles in allem, der Malerweg bleibt, seid Anbeginn einer der beliebtesten Wanderwege Deutschlands. Die Neugier auf diese faszinierenden Felslandschaften, lässt den Reisestrom in die Sächsische Schweiz nicht abreisen. Auch wenn sich der Malerweg einmal im Dornröschenschlaf befunden hat.


Bildnachweis | Beitrag überarbeitet Januar 2018

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2 Gedanken zu „Faszination Malerweg“

  1. Hallo Peter,
    das sind einfach beeindruckende Landschaften. Die Region steht noch auf meiner Liste. Mein Mann wandert nicht gerne. Vielleicht schaffe ich es mal mit meiner Schwester den Weg zu begehen.
    Bei uns am Rhein war es der britische Maler Turner, der den Rhein mit seinen Burgen zeichnete.
    Herzliche Grüße
    Renate

    1. Hallo Renate,
      als Kind habe ich von den Malern noch nichts gewusst. Aufregend war es für mich schon, wenn es hieß: Wir fahren in die Sächsische Schweiz. Wandern durch hohe Felstürme, durch Schluchten über Siegen und Steige führte zum Nervenkitzel. So ist es auch heute noch.
      Mit dem Rhein verbinden mich gedanklich die Loreley und die vielen Burgen. Dafür kann ich bestimmt meine Enkel begeistern.
      Herzliche Grüße
      Peter

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