Elbe-Radweg von Meißen bis Dresden

Burg & Domstadt

Meißen

Der Elbe-Radweg von Meißen bis Dresden

Das ist eine Strecke mit vielen Ereignissen, die Sachsen bis heute prägen. Drei Gründe, um an Orten zwischendurch zu verweilen: Sie sind sehenswert, fotogen und gewürzt mit viel Geschichte, die spannende Geschichten erzählt.

Lommatzsch – die Heimat der Mutter von Terence Hill

Ich will das letzte Stück auf dem Elbe-Radweg bis Dresden niemanden zumuten den Berg nach Lommatzsch rauf zu strampeln. Lohnend ist es dennoch. Zumindest für diejenigen, die die Haudrauffilme von Terence Hill und Bud Spencer gerne sehen. Die beiden Filmlegenden haben über Jahrzehnte in den Kinos und im Fernsehen unsere Lachmuskeln strapaziert.

Was hat das mit Lommatzsch, welches sich nahe der Elbe befindet zu tun? Hier lebte die Mutter von Terence Hill. Und anlässlich des 80. Geburtstages von Terence Hill eröffnete die Gemeinde Lommatzsch, ein “Terence Hill Museum“. Wer sich die Zeit für diesen Abstecher nimmt, darf nach dem Besuch wieder bergabfahren.

Meißen – kein Weiterradeln ohne Zwischenstopp

Noch bevor ihr die Burg und Domstadt Meißen erreicht, tauchen in der Ferne die Turmspitzen des Doms auf. Mit jedem Tritt in die Pedale kommen hocherhoben Macht und Glanz vergangener Zeiten näher. Zugleich auch ein Ort, wo die sächsische Geschichte begonnen hat.

Linkselbisch kommend, biegt ihr an der Altstadtbrücke hinter der Auffahrt ab, links in die Heinrichstraße. Am Heinrichsplatz stellen ihr eure Räder ab. Jetzt ist es besser, zu Fuß weiter zu gehen. Auf dem Weg zur Burg wird es richtig steil. Das sollte echte Radler nicht scheuen. Oder ihr nehmt die Stadtrundfahrt. Um auch die abgelegene Porzellanmanufaktur zu erreichen.

Auf Schusters Rappen wird es interessanter. Nach wenigen Minuten seid ihr am Markt angelangt. Vielleicht trefft ihr Grete im historischen Kostüm. Als Stadtführerin erzählt sie allerlei Geschichten: Wissen Sie, in welche Sprache der Reformator Luther die Bibel übersetzte? Ahnungslos schauen die Gäste und warten gespannt auf eine Antwort, die nach zwei unendlich lang erscheinenden Atemzügen kommt – ins Meißnische.

Elbe-Radweg Meissen Angebote vom Markt
Angebot vom Marktplatz in Meißen

Nicht nur Luther macht dieses Städtchen so bedeutend. Auch der Erbauer der Burg, König Heinrich I. und König Heinrich IV. Genau, das ist der König, der im Winter 1076/77 einen Gang nach Canossa antreten musste. Ebenfalls mit Meißen verbunden sind die Schicksale des Erfinders des europäischen Porzellans Johann Friedrich Böttger oder der heilige Benno. Jeder von ihnen füllt das meißnische Geschichtsbuch mit vielen Erzählungen und Legenden.

Es lohnt sich also eine Stadtführung, am Mark zu buchen. Interessant ist auch zu hören, warum Nichtsachsen sich als Sachsen und Sachsen sich nur als Niedersachsen bezeichnen. Diese Stadtführung in Meißen wird keinesfalls langweilig.

Am Nachmittag radelt ihr weiter nach Dresden.

Durch das Elbtal in die Landeshauptstadt

Ich empfehle euch, jetzt rechtselbisch weiter zu radeln. Diese Seite des Elbe-Radweges ist interessanter. Schon, weil es hier mehr Biergärten gibt. Wenn das keine zusätzliche Motivation ist. Los geht’s. Dann tretet mal in die Pedale. Ohne Wochenendradler sind beide Seiten des Elbe-Radweges jedoch besser zu genießen. Als Dresdner weiß ich das. Wenn ihr eure Radreise plant, ja nicht am Wochenende zwischen Meißen und der tschechischen Grenze auf dem Elbe-Radweg unterwegs sein!

Lohnenswert ist es, durch Altkötzschenbroda zu fahren. Das nicht nur wegen, dem Lindenbergsong: “Verzeihen sie, ist das der Sonderzug nach Pankow … lalalalalai … der richtigerweise so geht: “Verzeihen Sie junger Mann, ist das der Zug nach Kötzschenbroda … lalalalalai …

Elbe-Radweg Altoetzschenbroda
Altkötzschenbroda ein lohnender Umweg

Der hübsch restaurierte alte Ortskern ist klein aber fein und ihr könnt gemütlich einkehren. Sitzt ihr dann vor euren Bier oder Radler, dreht einmal die Geschichte über 350 Jahre zurück. In die Zeit des Dreißigjährigen Krieges.

Gedenken an den Waffenstillstandsvertrag von 1645

Schon seit 27 Jahren dauert dieser grausame Krieg. Hunger und Angst vor ständigen Plünderungen lassen die Menschen notleiden. Doch heute passiert etwas Besonderes. Seit Tagen lagern vor der Kirche sächsische und schwedische Soldaten. Nur wenige Einheimische trauen sich aus ihren Häuser. Die Plünderung von Kötzschenbroda im März 1637 haben die Einwohner noch nicht vergessen. Am späten Abend des 27. August 1645 ziehen die Reiter ab. Der Pfarrer ruft die Gemeinde zusammen und berichtet über das Ergebnis der Verhandlungen.

Der sächsische Kurfürst Georg I. und der schwedische Oberst Sarrazin haben ihre Unterschriften unter einen Waffenstillstandsvertrag gesetzt. Endlich Frieden – der Anfang vom Ende, eines 30 Jahre dauernden Krieges wird eingeleitet. Dieser Waffenstillstandsvertrag ist ein wesentlicher Schritt hin zum “Westfälischen Waffenstillstandsvertrag” von 1648.

Die Kötzschenbrodaer feiern bis heute diesen Frieden. Und das, weil Frieden ein sehr zerbrechliches Gut der Menschen ist. 100 Jahre später haben nur die Kirchenglocken geläutet. Eine Feierlust kam nicht auf, weil Sachsen in den preußisch-österreichischen Krieg verwickelt war. 1845 waren dann alle Häuser mit Kränzen und Girlanden geschmückt. Nach 300 Jahren war gerade der Grausamste aller Kriege zu Ende, der Zweite Weltkrieg.

Wer schon die anderen Beiträge über den Elbe-Radweg gelesen hat, kennt die vielen Hinweise auf Kriege. So im Konzentrationslager Neuengamme, die Türme an der deutsch-deutschen Grenze – die eine Grenze verfeindeter Gesellschaftssysteme war, die symbolische Verbrüderung der amerikanischen mit der Roten Armee in Torgau oder wie hier in Altkötzschenbroda. Der Friedenswille der Menschen unumstößlich. Dennoch gelingt es den Machthabern immer wieder, Kriege zu rechtfertigen.

Nach ein paar besinnlichen Momenten heißt es wieder aufsteigen und Weiterfahren. Auf der gegenüberliegenden Seite werden jetzt große Rohrleitungen sichtbar. Die gehören zum ehemaligen Pumpspeicherkraftwerk Cossebaude. Warum das in Zeiten der Energiewende stillgelegt ist, kann keiner plausibel erklären.

Über den Canaletto-Blick zur Altstadt Dresdens bis zum Zwinger

Habt Ihr auch das Gefühl, immer gegen den Wind strampeln zu müssen? Der Böhmische Wind, der durch das Elbtal bläst, macht einem manchmal ganz schön zu schaffen. Weit ist es nicht mehr. Mittlerweile habt ihr die Dresdner Stadtgrenze erreicht. Hinter Altkaditz verlasst ihr das Elbufer. Der große Bogen in südlicher Richtung wird nicht ausgefahren.

Der Elbe-Radweg bekommt jetzt städtischen Charakter. Beschilderungen müssen besser beachtet werden und oftmals teilt sich der Radweg mit dem Autoverkehr eine Straße. Ruheliebende fahren über die Flügelwegbrücke und radeln linkselbisch weiter.

Rechtselbisch fahrt ihr durch Dresden-Übigau und Pieschen, vorbei an einer Strandbar, dann ist schon die Eisenbahnbrücke zu sehen. Dahinter formt sich langsam das bekannteste Bild des italienischen Maler Canaletto. Sein Markenzeichen auf den Bildern ist ein Hund.

Dresden Canaletto-Blick auf die Altstadt
Canaletto-Blick auf die Dresdner Altstadt

Vom Pavillon, der zum Verweilen einlädt, sind es noch 200 Meter zum Canaletto-Blick. Ein mit einem Metallrahmen gekennzeichneter Standort bezeichnet die Stelle, an der die weltberühmte Ansicht Canalettos entstanden ist. Genießt die schöne Ansicht. Das Original ist übrigens im Zwinger in der Gemäldegalerie “Alte Meister” zu bewundern.

Wenn ihr Glück habt, seht ihr keine Kräne oder Baugerüste. Sonst müsst ihr die im geistigen Photoshop wegretuschieren. Mit etwas Fantasie erkennt ihr dann, das alte Dresden.

Bis zum Ziel der heutigen Radtour quert ihr nur noch Dresdens älteste Brücke, die Augustusbrücke. Sie war seid Anbeginn ihrer Existenz, das bedeutendste Bauwerk der alten Frankenstraße. Diese führte übrigens von Nürnberg über Dresden bis in die Lausitz.

Von der Neustadt in die Altstadt von Dresden

Schon auf der Brücke seht ihr die katholische Hofkirche und rechter Hand Dresdens schönste Brauerei für ein gutes Radeberger, die Semperoper. Auf Kopfsteinpflaster über den Theaterplatz gelangt ihr direkt zum Dresdner Zwinger.

zu den Blogbeiträgen des Elbe-Radweges

Endlich habe ich mein Versprechen eingelöst. Einen Blogbeitrag zu schreiben, über die letzte Etappe meiner Radreise auf dem Elbe-Radweg von St. Pauli bis zum Dresdner Zwinger. Vielleicht habt ihr Lust bekommen selbst einmal eine solche Radreise zu unternehmen. Dann schreibt doch einfach oder schaut in unsere Angebote.

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