Sitten und Bräuche

Brauch in Thailand

Brauch in Thailand – statt zu betteln werden Fische verkauft

Manche Bräuche in fernen Ländern sind schon gewöhnungsbedürftig. So auch ein Bauch in Thailand. Am Fluss Mae Nam Nan bei Phitsanulok wollte mir eine alte Frau Fische in einer Plastiktüte verkaufen. Sie bedeutete mir, diese Fische im Mae Nam Nan freizulassen.

Erst war ich über diese Situation etwas verdutzt, doch dann kaufte ich die Fische für umgerechnet 1,60 EUR. Wer sich jetzt fragt, warum ich das getan habe? Das hätte ich in diesem Augenblick auch gerne gewusst.

statt betteln verkaufen - Brauch in Thailand

Als ich die Fische im Fluss freilassen will, kommt ein junges Mädchen. Es kauert sich neben mich und hilft mir bei meinem Vorhaben. Kaum waren alle Fische freigelassen, zeigt mir das Mädchen eine Tüte mit Fischfutter. Klar doch die Fische haben Hunger. Für umgerechnet einen Euro kann ich Fischfutter kaufen und die gerade Freigelassenen füttern. Ein Lachen konnte ich mir da nicht verkneifen. Das ist einfach clever.

Bauch in Thailand - verkaufen statt bettlen

Was da wirklich passiert ist, habe ich erst später realisiert. Die alte Frau hat sich so vielleicht eine Mahlzeit in einer Suppenküche verdient und ich denke, es ist ihre Enkelin gewesen, die den Verdienst mit dem Fischfutter noch erhöht hat. Sie tun Gutes in dreifacher Hinsicht. Die Frau muss nicht betteln. Sie kann sich etwas zum Essen kaufen und hat dafür etwas geleistet. Und zu guter Letzt tut ihre Enkelin den Fischen etwas Gutes, indem sie die frei gelassenen Fische füttern lässt.

Das entspricht dem thailändischen Glauben von Geburt und Wiedergeburt. Demnach soll man kein Lebewesen töten, denn es könnte ein Verwandter gewesen sein, der nach seinem Tod als Fisch auf die Welt gekommen ist. So sind es nicht nur Touristen die bezahlen, sondern auch Einheimische. Ein Brauch in Thailand, den ich sehr sinnvoll finde. Während unserer Reise durch Thailand bin ich solchen Verkäufern noch öfters begegnet.

Bitte folge und like uns

2 Gedanken zu „Brauch in Thailand“

  1. Lieber Peter,
    ich finde den Brauch sehr gut! In Asien, ich glaube es war Vietnam, habe ich einmal einem kleinen Vogel die Freiheit wieder gegeben. Das ist ähnlich abgelaufen. Ich habe etwas bezahlt. Dann durfte ich ihn in die Hände nehmen und fliegen lassen.

    Bei den Fischen kann die alte Dame ihr Gesicht behalten und muss nicht betteln.

    Liebe Grüße
    Renate

    1. Liebe Renate,

      es ist schön zu hören, dass Du ähnliche Erfahrungen gemacht hast. Betteln ist für viele Menschen in ärmeren Regionen keine Option für das Leben. Sie bieten Leistungen an, die ihren ernsten Hintergrund erst nach und nach erkennen lassen. Deutsche Touristen, die nicht hinter die Kulissen schauen, sprechen da oft von Abzocke. Klar können wir nicht jeden Vogel für Geld die Freiheit schenken, aber bei einer höflichen Ablehnung zeigen gerade diese Menschen Verständnis.

      Liebe Grüße
      Peter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.